Mi Pad 3 Review – Doch nur ein Mi Pad 2S?

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Als Xiaomi ihr Mi Pad 3 im April diesen Jahres veröffentlichte, waren nicht wenige überrascht. Keine Präsentation, keine Teaser und auch vom schlussendlichen Design her nichts aufregendes. Dies hat sicherlich auch einiges mit den sinkenden Absatzzahlen im Tabletmarkt zu tun. Kann uns Mi’s neustes Tablet nun aber trotzdem überzeugen?

Außen bleibt alles beim Alten

Das Mi Pad 3 ist außer dem fehlenden Mi-Logo an der Displayoberseite baugleich mit dem Mi Pad 2. Das Display misst die gewohnten 7.9 Zoll und löst mit 1536 x 2048 Pixeln entsprechend hoch auf (326 PPI). Unter dem Display sind die üblichen drei beleuchteten Sensortasten angebracht und an der Oberseite eine 5 Megapixel Kamera, die Benachrichtigungs-LED und der Lichtsensor.

Die Rückseite besteht weiterhin aus Aluminium das sich im direkten Vergleich zum Mi Pad 2 besser anfühlt und sich im Test als widerstandsfähiger herausgestellt hat, denn im Gegensatz zur letzten Generation haben wir noch keine Kratzer am Gerät festgestellt. Aufgrund des dünnen Alu-Gehäuses empfiehlt sich eine Case aber trotzdem. Die Farbauswahl des Tablets wurde diesmal auf ein Minimum verringert, denn kaufen kann man es nur noch in Gold, es bleibt dafür aber mit 328g angenehm leicht. Die an der oberen Rückseite verbaute Kamera löst jetzt mit 13 Megapixeln auf, die Lautsprecher befinden sich allerdings immer noch auf der Rück- und nicht auf der Unterseite, so können diese schnell mit den Händen überdeckt werden. Dass Xiaomi dies in der dritten Generation immer noch nicht verbessert hat ist für uns unverständlich, da sogar ein 100€-Smartphone wie das Redmi 4x die Lautsprecher mittlerweile an der Unterseite verbaut hat. Die Power- und Lautstärketasten wurden aus Metall gefertigt und haben einen guten Druckpunkt. Der Type-C Anschluss des Tablets bietet schnelles Aufladen (max. 2 Stunden) und unterstützt auch Audio-Output.

Neues Innenleben

Während beim Mi Pad der zweiten Generation der viel kritisierte Intel Atom verwendet wurde, setzt Xiaomi beim neuen Device wieder auf ARM-Prozessoren. Der verbaute MT8176 mit 2.1GHz und einer PowerVR GX6250 beseitigt die Überhitzungs-, Grafik- und Kompatibilitätsprobleme und sorgt auch sonst für eine durchgehend flotte Performance. Die 4GB RAM sorgen für ruckelfreies Multitasking auch mit grösseren Apps. Das Mi Pad kommt zwar jetzt nur noch in der 64GB-Version (für den Nutzer verfügbar: 57GB) daher, bei einem Mediengerät hätten wir jedoch trotzdem einen SD-Card Slot erwartet, dies ist leider wiederum nicht der Fall.

Gute Akkulaufzeit

Der Akku wurde um 10% auf satte 6400 mAh vergrößert. Bei regulärer Nutzung mussten wir das Gerät ca. alle 3-4 Tage einmal aufladen, was etwa zwei Stunden beanspruchte. 11 Stunden ununterbrochenes Video schauen war mit einer Ladung möglich, so kommen auch Internetbenutzer locker über einen Tag.

Performance wurde markant verbessert

Dank des Prozessorenwechsels schafft das neue Mi Tablet auch grafisch aufwendige Spiele problemlos. Schnitt das 2. Mi Pad noch mit eher mageren 50’ooo Punkten bei Antutu ab, schafft es das neue Device auf 80’000, vergleichbar also mit einem Snapdragon 650. Besonders gefallen hat uns allerdings, dass sich keine heißen Flecken gebildet haben und das Tablet nicht überhitzt ist, dies war eins der großen Probleme des Vorgängers. Abspielen von 4K Videoinhalten ist ohne Ruckler möglich.

MIUI auf dem Mi Pad 3

Durch die Verwendung eines ARM SoC gibt es diesmal keine Windows 10 Version. Unserer Meinung nach ist das auch nicht weiter schlimm, denn für wirkliche Office-Tasks ist der Bildschirm doch ein wenig klein. MIUI 8 (basiert auf Android 7) funktioniert zwar ohne Probleme, um die Play-Services richtig zum laufen zu bringen mussten wir jedoch trotzdem auf eine Custom-ROM von xiaomi.eu zurückgreifen. Ist diese aber mal installiert, gibt es keine instabilen Programme mehr und alles läuft, wie man es von einem Mi-Handy kennt. Wir wünschen uns dennoch eine offizielle Global-ROM direkt von Xiaomi, dies würde alles ein wenig vereinfachen. Obwohl MIUI auf Tablets seit jeher ohne Xiaomi’s Extrafeatures wie der Sicherheitsapp, dem Themenstore usw. daherkommt, wurden mittlerweile doch einige Funktionen hinzugefügt, die besonders auf Tablets Sinn ergeben. Das Display kann nun zum Beispiel in den bereits bekannten Lesemodus versetzt werden, welcher bei Nacht besonders Augenschonend sein soll, neu es gibt aber auch eine Schwarz-Weiss-Einstellung. Dabei können entweder einzelne Apps oder direkt das ganze System auf einen schwarz-weißen Farbton umgestellt werden, was nicht nur den Akku schont sonder sicherlich auch einen positiven Effekt beim Lesen hervorbringt.

Kamera

Die Hauptkamera arbeitet mit 13 Megapixeln und der F2.0 Blende. Die daraus resultierenden Fotos sind nicht berauschend, reichen aber für den Notfall oder Dokumentenscanning vollkommen aus. Die Selfielinse an der Frontseite löst mit 5 Megapixeln auf und ist gut genug für Skypeanrufe und sonstige Videotelefonate.

Fazit

Xiaomi liefert mit ihrem dritten Tablet ein solides Produkt ab. Display, Akku und Performance schneiden sehr gut ab und machen das Gerät besonders zu einem Preis von unter 200€ zu einer sehr guten Wahl. Auch wenn es noch einige Softwareprobleme mit den Google-Services gibt, kann dies über eine Custom-ROM und in Zukunft mit einer Global-ROM einfach gelöst werden. Vergleicht man das Mi Pad jedoch mit dem vorherigen Modell, so fällt einem schnell auf, dass es sich hier wohl eher um ein Mi Pad 2S handelt, denn richtige Innovationen bleiben aus. Wer allerdings ein handliches Tablet zum Surfen und Spielen sucht, wird dieses Tablet nicht mehr aus der Hand legen wollen.

Mi Pad 3

8

Verarbeitung/Design

8.5/10

Display

9.0/10

Audio

8.0/10

Software

6.5/10

Akku

8.0/10

Pros

  • Exzellentes Display
  • Lange Akkulaufzeit
  • Sehr gute Performance
  • LED Benachrichtigungslicht

Cons

  • Kein SD-Slot
  • Keine Global-ROM
  • Lautsprecher auf der Rückseite
  • Abgespecktes MIUI
  • Google-Services funktionieren nicht ohne Custom-ROM

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